Thomas Hürlimann


Stichworte: Thomas Hürlimann, Schriftsteller aus der Schweiz,  zeitgenössische Literatur, Politik, Roman, Theater, Romancier

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Thomas Hürlimann ist einer der erfolgreichsten zeitgenössischen Schriftsteller aus der Schweiz. Brillanz und Brisanz charakterisieren seine letzten Romane, mit denen er weit über die Schweiz hinaus für Aufsehen gesorgt hat.

Das gilt vor allem fürs politische Sujet. Kein anderer Autor hat so tiefe Einblicke in dieses politische Metier - kein Wunder. Thomas Hürlimann wurde als Sohn des späteren Bundesrates Hans Hürlimann in Zug geboren. Seine Mutter entstammt der St. Galler CVP-Dynastie Duft.

Er beschreibt sich selbst als konservativ, sieht sich als "konservativer Anarchist".
So sagte er in einem WELT-Interview:

"Im Prinzip ist jeder Autor konservativ. Er lässt, wie Thomas Mann sagt, "den Imperfekt raunen", beschwört Vergangenes und will es bewahren. Ich käme nie auf die Idee, mir Gedanken über die Schweiz von übermorgen zu machen. Ich sehe das, was ist oder war, moralische Haltungen vermeide ich. Wenn überhaupt, beschreibe ich Doppelmoral. Vielleicht bin ich ein konservativer Anarchist."

Auch zur Schweizer Mentalität hat sich Hürlimann dezidiert geäußert.
"Wilhelm Tell ist ein Eigenbrötler, pragmatisch und berechnend, hinterhältig und schlau. Das mögen wir an ihm, so sind wir auch. Schiller aber hat ihn zur Idealgestalt hochgeschrieben. Das ist uns völlig fremd. Idealismus und moralischer Rigorismus sind für deutsche Gemüter, wir dagegen sind Realisten. Auch deshalb bekam ich ein Problem mit meiner Novelle "Fräulein Stark". Deutsche Rezensenten warfen mir vor, ich hätte den latenten schweizerischen Antisemitismus nur beschrieben, nicht verurteilt. In der Schweiz wurde ich besser verstanden. Im Unterschied zur deutschen braucht die schweizerische Literatur keine Helden."



Besonders zu empfehlen:
- Vierzig Rosen
- Fräulein Stark
- Der große Kater
- Die Tessinerin



Kurzbiografie

THOMAS HÜRLIMANN wurde am 21. Dezember 1950 in Zug, Schweiz geboren. Sein Vater Hans Hürlimann war Regierungs- und Bundesrat.

Nach dem Besuch der Primarschule in Zug und des Gymnasiums in der Stiftschule Einsiedeln studierte Thomas Hürlimann Philosophie an der Universität Zürich und an der FU Berlin. Nach 14 Semestern brach er dieses Studium ab.

Am Berliner Schiller-Theater arbeitete Hürlimann zwischen 1982 und 1985 als Regieassistent und Produktionsdramaturg.

Hürlimann lebt seit 1985 wieder in der Schweiz. Seit dem Wintersemester 2000 lehrt Thomas Hürlimann am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig.

Als Autor debütierte Hürlimann 1981 mit dem Erzählband “Die Tessinerin”

Ein wichtiger Auslöser für dieses Buch war der Krebstod von Hürlimanns jüngerem Bruder Matthias, der 1979 starb.

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Werke

„Die Tessinerin. Geschichten”. Zürich (Ammann) 1981. Taschenbuchausgabe: Frankfurt/M. (Suhrkamp) 1984. (= suhrkamp taschenbuch 985). Auch als Schulausgabe: Mit Zusatztexten Schweizer Autoren. Hg. von Toni Schaller. Zürich (Sabe) 1987.

„Ecce homo ludens”. In: Theater heute. Jahrbuch 1983. S. 101-102.

„Grossvater und Halbbruder. Ein Theaterstück”. Zürich (Ammann) 1981.

„Stichtag. Grossvater und Halbbruder. 2 Theaterstücke”. Frankfurt/M. (Fischer) 1984. (= Fischer Taschenbuch 7086).

Meinrad Inglin: „Der schwarze Tanner und andere Erzählungen”. Auswahl und Nachwort von Thomas Hürlimann. Zürich (Ammann) 1985.

„Stichtag. Der Text und ein Bilderbuch zur Probenarbeit”. Mit Illustrationen von Sevgi Oezdamar, Anna Langhoff und Martigna Pedretti. Zürich (Schauspielhaus: Neue Schauspiel AG) 1985. (= Programmbuch Schauspielhaus Zürich 1985/86, 4).

„Der Ball. Erzählung”. Zürich (Ammann) 1986. (= Lesebissen 1).

„Das Gartenhaus. Novelle”. Zürich (Ammann) 1989. Taschenbuchausgabe: Frankfurt/M (Fischer) 2000.

„Der letzte Gast. Komödie”. Zürich (Ammann) 1990.

„Der Gesandte”. Zürich (Ammann) 1991.

„Innerschweizer Trilogie”. (Enthält: „De Franzos im Ybrig. Komödie”; „Dämmerschoppen. Novelle”; „Lymbacher, nach Inglin. Stück”). Zürich (Ammann) 1991.

„Güdelmäntig“. Eine Komödie. Zürich (Ammann). 1993.

„Die Satellitenstadt. Geschichten”. Zürich (Ammann) 1992. Taschenbuchausgabe: Frankfurt/M. (Fischer) 1994.

„Carleton“. Ein Stück. Zürich (Ammann) 1996.

„Das Holztheater.“ Geschichten und Gedanken am Rand. Zürich (Ammann) 1997.

„Das Lied der Heimat.“ Alle Stücke. Frankfurt/M. (Fischer) 1998.

„Das Einsiedler Welttheater.“ Ein Stück nach pedro Calderón de la Barca. Mit Sinn-Bildern geschmückt und einer Arbeitsnotiz des Autors“: Zürich ( Ammann) 2000.

„Der große Kater“. Roman. Zürich (Amman) 1998. Taschenbuchausgabe: Frankfurt/M. (Fischer) 2000.

„Fräulein Stark.“ Zürich (Ammann) 2001.

„Himmelsöhi, hilf! Über die Schweiz und andere Nester.“ Kleine Schriften vermischten Inhalts. Zürich (Ammann) 2002.

"Vierzig Rosen". Zürich (Ammann) 2006.

Theater
„Grossvater und Halbbruder”. Uraufführung: Schauspielhaus Zürich, 15.10.1981. Regie: Werner Düggelin.

„Stichtag”. Uraufführung: Düsseldorfer Schauspielhaus (Regie: Thomas Schulte-Michels) und Württembergisches Staatstheater Stuttgart (Regie: Berndt Renne), 2.11.1984.

„Der letzte Gast”. Uraufführung: Schauspielhaus Zürich, 22.2.1990. Regie: Achim Benning.

„Claus Lymbacher”. Uraufführung: Schauspielhaus Zürich, 5.5.1990. Regie: Thomas Koerfer.

„Der Gesandte”. Uraufführung: Schauspielhaus Zürich, 14.5.1991. Regie: Achim Benning.

„De Franzos im Ybrig”. Uraufführung: Roßstallhof des Klosters Einsiedeln, 7.8.1991. Regie: Barbara Schlumpf.

„Güdelmäntig“. Komödie ; Uraufführung der Theatergruppe Chärnehus im Rossstallhof des Klosters Einsiedeln 1993

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Roman: Der große Kater

Rezension auf http://www.editionkerpen.de/autoren.htm

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