SZ-Bürgermeisterinterview zu Illingen

Armin König (CDU) ist seit 1996 Bürgermeister der Gemeinde Illingen. Im Januar 2004 war er von der Bevölkerung mit 64,1 Prozent im Amt bestätigt worden. Schwerpunkte seiner Arbeit sind die wirtschaftliche Entwicklung der Gemeinde, die Verbesserung der Infrastruktur, Kultur, Bildung, Kinder- und Familienpolitik sowie Sport und Umwelt. Oliver Morguet sprach mit ihm über Entwicklungschancen und zukünftige Projekte.

 SZ: Wie würden Sie Ihre Gemeinde in einigen wenigen Sätzen charakterisieren?

König:  Illingen ist kreative Marktgemeinde, pfiffige Kulturgemeinde mit einer außergewöhnlichen Illipse, Bildungszentrum im mittleren Saarland, Erholungs- und Einkaufsgemeinde mit persönlicher Note und eine sehr attraktive Wohngemeinde, in der Natur, Kultur und Architektur Akzente setzen. Vor allem aber haben wir sehr viel Sozialkapital durch engagierte Bürger und Vereine. Wir haben die einzige Illuminale im Südwesten Deutschlands, gehören zu den Top-Ten in Deutschland beim Bundeswettbewerb Idee.Natur, sind unter den europäischen EPSA-Modellgemeinden beim Megathema Demographie und sind mit Illingen 2030 eine der Vorreitergemeinden in Sachen Zukunftsentwicklung. Bei uns dürfen die Bürger mitentscheiden, wohin die Reise geht. Wir gehören in vielen Bereichen zu den Besten im Südwesten.

 

SZ: Welche Probleme beschäftigen Sie zurzeit als Verwaltungschef?

König: Die Finanzlage und die City-Entwicklung sowie der demographische Wandel. Aber wir können als eine der ersten Gemeinden in Deutschland nachweisen, dass man demographischen Wandel mit starker Bürgerbeteiligung und ganzheitlichen Konzepten steuern kann. Was alle angeht, sollen auch alle lösen, wie Dürrenmatt gesagt hat. Bei der City-Entwicklung bin ich optimistisch, bei den Finanzen weniger.

 

SZ: Welche Visionen haben Sie für die Zukunft?

König: Eine echte Bürgergemeinde, in der sich viel mehr Menschen und viel mehr Unternehmen als heute gesellschaftlich einbringen, die Kultur- und Bildungsakzente setzt und in der sämtliche Schulen und Wissenseinrichtungen mit Betrieben und aktiven Bürgern zusammenarbeiten, um gemeinsam die Zukunft für unsere Kinder und unsere Senioren zu gestalten. Wir brauchen Mut zu neuen Kooperation, zu neuen Schwerpunkten, zu Innovationen. Im Unternehmensbereich wünsche ich mir starke Netzwerke, die vom Illtal aus Impulse setzen.

 

SZ: In welche Projekte will die Gemeinde in den kommenden Jahren investieren?

König: Wir investieren derzeit zwei Millionen in ein Bildungszentrum für Kinder in Hüttigweiler. Wir müssen die Illtalhalle in Schuss bringen und wir setzen auf echte Barrierefreiheit. Das wird ein klarer Standortvorteil für Illingen. Und das Thema Cityentwicklung ist unsere große Chance, weil in Zukunft die Musik wieder in den Zentren spielt. Dort spielt auch das Thema „Silberlocke“ für ältere Menschen eine Rolle. Darüber hinaus sind uns Sicherheit (Feuerwehr, Öffentliche Sicherheit) und Wohnqualität (attraktive neue Lagen in Kernbereichen) sehr wichtig.

 SZ: Stichworte Gewerbegebiete und Arbeitsplätze – wie sieht es da in Illingen aus?

König: Wir sind nach Neunkirchen die Nummer eins im Kreis, haben eine exzellente Lage an zwei Autobahnen. In unseren Gewerbegebieten sind in 20 Jahren rund 1500 neue Arbeitsplätze entstanden. Im neuen Gewerbegebiet A 1 bieten wir Unternehmen einen erstklassigen Standort. Ein weitere Gewerbegebiet in Toplage kann bei Bedarf privat erschlossen werden. Unverkennbar ist der Wandel zur Dienstleistungsgemeinde.

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