Stichwort: Machbarkeitswahn

„Jahrelang hatte sich alles dem Primat der Wirtschaft und der Effizienz unterzuordnen. Auch mich faszinieren Informatik, Internet und New Economy. Aber das kann nicht alles sein. Der Mensch lebt nicht vom Brot allein.

Die eindrucksvollste Fabel vom Scheitern des rationalen, naturwissenschaftlichen materialistischen Weltbilds liefert Max Frischs Roman „Homo faber“. Er wurde von der Katastrophe in Tschernobyl bestätigt, als wir den Glauben an die Allmacht der Experten verloren haben, und er wird sowohl vom Börsencrash des Neuen Marktes als auch von den Ereignissen des 11. September 2001 bestätigt.

Es ist eine verhängnisvolle Fehlentwicklung, die Geisteswissenschaften, diese angeblich brotlose Kunst unter den Universitätsfächern, abzuhalftern und abzumeiern. Mangelhaftes Verständnis für andere Kulturen kann tödlich sein. Und deshalb brauchen wir Kultur und Bildung wie das tägliche Brot.“

Armin König, Rede zur Eröffnung der Illipse am 27.10.2001

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