Bürgermeister König fordert von Jamaika Beibehaltung der Verfassungsgarantie für das Gymnasium – in Art. 27 explizit erwähnen – keine faulen Kompromisse

Der Illinger Bürgermeister Armin König (CDU) fordert von seiner Partei und der Jamaika-Koalition eine Beibehaltung der Verfassungsgarantie für das Gymnasium. “Die CDU muss dafür kämpfen, dass  in Artikel 27 der Landesverfassung weiterhin das Wort Gymnasium steht. Es darf nicht für einen faulen Kompromiss geopfert werden. Eine Protokollnotiz reicht nicht, eine Streichung des Begriffs aus Artikel 27, Absatz 3 wäre nicht akzeptabel und stößt auf Widerstand”.

Die Aussagen von Bildungsminister Klaus Kessler (Grüne) zur Einheitsschule belegten, dass die alten Einheitsschul-Verfechter der GEW beim Marsch durch die Institutionen jetzt an einer Schaltstelle angelangt seien. “Die können Weichen stellen, wie die Zukunft unserer Schulen aussieht. Und die wollen das Gymnasium definitiv nicht.”

König verwies darauf, dass im GEW-Infodienst EuWis noch im November 2009 zum Abschied Kesslers aus Gewerkschaftsdiensten das Gymnasium als “Institution repressiver Gewalt” diffamiert worden sei – und mit dem Gymnasium die dort unterrichtenden Pädagogen. “Dort ist von der ‘verheerenden Rolle des Gymnasiums‘ die Rede. Das ist ein unglaublicher Quatsch – und eine Diffamierung der Gymnasiallehrer, die dort unterrichten”, erläuterte König. So schreibe Rolf Jüngermann im GEW-Organ im marxistischen Jargon:

Das Gymnasium jedoch ist der Ort, wo dieses ganze Ensemble schulischer Verhältnisse zum Wesen einer fest gefügten Institution gemacht wurde, bewusst und gezielt als strukturelle Gewalt der Funktionsweise einer eigenen Schulform installiert ist, als Medium sozialer Selektion über viele Generationen weiterentwickelt, den Zeitläufen angepasst und bis heute verbissen verteidigt wird.“

Um Empirie kümmert man sich nicht. Autor Rolf Jüngermann plappert im Stil der Alt-68er ins Ungefähre:

Nach neuesten Erhebungen erreichen in Deutschland 83 von 100 Kindern aus Akademikerfamilien die Hochschulreife gegenüber nur 23 Kindern aus Nicht-Akademikerfamilien. Wie hoch – genauer gesagt wie niedrig der Anteil der Kinder aus den Familien der ”A-Klasse”*, der Arbeiter, Angestellten und Arbeitslosen liegt, wird bei dieser Untersuchung erst gar nicht gefragt. Es werden weniger als 10 von 100 sein. Und hätte man bei der Erhebung nur jene Abiturienten berücksichtigt, die von den Gymnasien kommen, wären die Ergebnisse noch deutlich negativer ausgefallen.“ (Jüngermann, Rolf: Die verheerende Rolle des Gymnasiums in:  EuWis 11(2009, S. 8-9)).

Königs Kommentar: “Alles Stuss! Ich habe an einem der größten saarländischen Gymnasien – dem Illtal-Gymnasium – als A-Kind unter lauter A-Kindern Abitur gemacht. Unsere Eltern waren Arbeiter oder Angestellte, es gab nur ein paar wenige Akademiker. Jeder Schüler hatte seine faire Chance. Und die meisten haben sie genutzt. Weil wir tolle Lehrer hatten.” Seither hätten am Illtal-Gymnasium tausende “A-Klassen-Kinder” Abitur gemacht – ein Musterbeispiel für Chancengerechtigkeit in der ganzen Region.

* A-Klasse – was für ein bescheuerter Begriff – als ob wir im Saarland eine Klassengesellschaft hätten!

Weiteres zum Thema: siehe www.arminkoenig.de

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