Illinger Rosenmontagszug wird gigantisch

„Wir haben die 70 geknackt!“ Gabi Steuer strahlt, als Martin Schreiner und Bernhard Bauer noch weitere Gruppen melden. Mehr als 70 Wagen, Fuß- und Musikgruppen werden am Rosenmontag durch die Illinger Straßen ziehen. Auf das neue Rekordergebnis ist die ganze Rosenmontags-AG mit Zugchefin Gabi Steuer stolz. Beim Pressetermin sind außerdem der stellvertretende Ortsvorsteher Joachim Fuchs, Rosel Resch, Alois Bäumchen, Andreas Bost (DRK), Irene Cerwinski (Burgnarren), Bürgermeister Armin König, Ulrike Finkler, Klaus Schlicker, Tobias Wahl (alle Knallerbsen) und Hans Bastian (AG) mit im Boot. Sie stellen übereinstimmend fest, dass ein solcher Riesengaudiwurm nur im Teamwork zu bändigen ist. In nur sieben Jahren hat sich die Zahl der Gruppen von 36 auf 72 verdoppelt. „Weil wir ein tolles Team sind“, erläutert Irene Cerwinski. „Und weil Gabi Steuer eine tolle Organisatorin ist, die prima motivieren kann“, meint Armin König. König und Steuer haben den Zug 2003 nach fast 20jähriger Pause wieder auf die Beine gestellt – anstelle einer Rathauserstürmung, die nur einige hundert Menschen hinter dem Ofen hervorlockte. Inzwischen kommen über 10.000 Besucher zum kilometerlangen Rosenmontag nach Illingen und Gennweiler. Als ein wichtiges Stück Heimatkultur sieht nicht nur Ischel-Ehrenpräsident Rudi Marx den Illinger Rosenmontagszug und die Fastnacht.
  
Mindestens 700 Teilnehmer werden beim Zug mitmachen. „Das Tolle ist, dass von den Schulen bis zu den Senioren alle Altersgruppen mit von der Partie sind“, stellt Gabi Steuer erfreut fest. So kommen allein die Wustweiler „mit mindestens 100 Karnevalisten von 5 bis 82 Jahren“, berichtet Bernhard Bauer von den „Ischele“, die in diesen närrischen Tagen 4 x 11 Jahre feiern. Zum ersten Mal ist eine echt badische Guggemusi im Illinger Rosenmontagszug: die  „Schachdlbachkracha“ aus Rastatt bei Karlruhe kommen mit einem ganzen Bus und werden anschließend im Pfarrsaal von Irene Cerwinski und den Burgnarren mit einem Frühstück versorgt. 
 
Inspiriert von der Neujahrsrede Armin Königs wird zurzeit fleißig an einer Arche gesägt und gehämmert. Wobei weitere Informationen darüber zunächst noch streng geheim sind. 23 Motivwagen sind in Arbeit, die einen mit politischem Touch, andere mit Lokalkolorit. „Der Zug wird immer schöner und besser“, stellt „Eichert“ Martin Schreiner fest, einer der Pioniere des 2003 wieder gestarteten Illinger Rosenmontags, der in den ersten Jahren zu den Fahrern des Elfer-Rads gehörte. Dass so viele Motivwagen dem Illinger Gaudiwurm Profil geben, ist für die Zuschauer sehr attraktiv, findet Hans Bastian, der ebenfalls zu den „Taufpaten“ des Zugs 203 gehörte und jedes Jahr mit Begeisterung mitmacht. 
 
Auch die über 40 Fußgruppen sind sehr attraktiv. Mit „superschönen Kostümen“ beteiligt sich eine Barockgruppe aus Uchtelfangen am Zug. Stark vertreten ist die Jugend: Neben den jungen Narren aus den Vereinen sind auch die Aktion Palca, das JUZ und Schulgruppen vertreten, so dass auch die Zukunft des Illinger Rosenmontagszugs gesichert ist, wie Ali Bäumchen von der AG erleichtert bemerkt. Unterstützt werden die Jugendgruppen vom Gaswerk Illingen und vom Bürgermeister. Schließlich müssen nicht nur Kostüme genäht werden, sondern auch Bonbons als Wurfmaterial gekauft werden. 
 
Es beim Illinger Rosenmontagszug neben der Versorgung und der Organisation weitere wichtige Pflichtaufgaben: „Sicherheit wird groß geschrieben“, sagen Andreas Bost vom DRK sowie Wehrführer Markus Volz und sein Feuerwehr-Stellvertreter Sven Haben. 120 freiwillige Helfer sind in Aktion, um den Zug zu sichern. „Das geht alles Hand in Hand“, stellt die stets präsente Gabi Steuer fest. Die Vereine und Privatinitiativen sorgen selbst auch für Sicherheit. Jede Achse eines Wagens wird durch einen Begleiter gesichert.  
 
Neben DRK und Feuerwehr sind auch THW, Polizei und Bauhof in Aktion, um das Großereignis gut über die Bühne zu bringen. Bürgermeister Armin König ist froh, dass es bisher keine Alkoholprobleme gab. Da kann ihm Andreas Bost vom DRK nur beipflichten. „Das ist eine saubere Veranstaltung. Da gibt es keine großen Probleme. Das hängt auch damit zusammen, dass der Zug schon morgens um 10 Uhr startet“. An die über 70 Gruppen geht auch diesmal wieder der Appell, keine hochprozentigen Getränke an Jugendliche zu geben.
 
Die Illinger Gastronomie ist auf den Massenansturm an Rosenmontag vorbereitet. Die Illinger Cafés und Restaurants sorgen schon vor Zugbeginn dafür, dass Teilnehmer und Besucher fit werden. Auf dem kilometerlangen Weg vom Rathaus über die City und die Poststraße bis Gennweiler und zurück zum Zentrum sorgen Verpflegungsstellen in der Etappe dafür, dass jeder die Strecke schafft. 
Während des Zuges wird unter anderem der Hobbyclub der Börrchen Kicker in Gennweiler für Essen und Trinken bestens sorgen. Aber auch die Truppe im Pfarrheim ist für den Ansturm gerüstet. Der Schlusspunkt wird mit der traditionellen Rosenmontagsparty in der Illipse gefeiert, wo die Kultband „Sound 75“ und „DJ Breidti“ einheizen. 
 
Doch die Narren haben die Illipse nicht nur am Rosenmontag fest in der Hand. So finden am 30.1. und am 6.02. die Kappensitzungen der Knallerbsen statt. Für die sechste Teen Star Kappensitzung am 31.1. wurde erstmals ein eigenes Plakat von Kindern selbst entworfen. Tobias Wahl wird auch in diesem Jahr durch das abwechslungsreiche Programm führen. „Ein Kracher“ ist die Knallerbsen Power Party. In diesem Jahr spielen die Blechblosn, Haus- und Hofband des FC Bayern München und des TSV München. Die achtköpfige Band ist Garant für eine freche, urige und vielseitige Show, die am Faasend Samstag mit den besten Hits aus Rock, Pop, Swing und Country für Hochstimmung sorgen werden. Traditionell wird Bürgermeister König die Narren am Fasendsamstag zum Bütten-Dichterwettstreit im Rathaus empfangen. 
 
Meldeschluss für die Beteiligung am Rosenmontagszug ist der 29. Januar (06825-409 102)
Am Freitag werden am Markt Plaketten verkauft, wire jedes Jahr zünftig bei Jagertee und Faasekiechelcher.

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