Es kommen immer weniger Junge nach

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

„es kommen immer weniger Junge nach“, das war eine Schlüsselaussage in einem ZDF-Beitrag zur Arbeitswelt in der letzten Woche. Darin hieß es, viele Betriebe seien noch nicht darauf vorbereitet, dass sich in den nächsten Jahren die Arbeitswelt radikal verändere – denn „es kommen immer weniger Junge nach“. Schon jetzt gibt es in ersten Branchen Nachwuchsmangel. Wir als Gemeinde haben regelmäßig ausgebildet und hoffen, dass uns dies in vier, fünf Jahren hilft. Denn eines ist schon jetzt erkennbar: dass es schon bald eine größere Pensionierungswelle gibt, auch bei uns. Aber anders als früher ist die Zahl der Jungen, die für frisches Blut sorgen können, beschränkt. Also müssten die Betriebe jetzt alles daran setzen, jungen Frauen und Männern den Einstieg in den Betrieb zu erleichtern. Doch was erleben wir? Frustrierte junge Leute, die Bewerbung um Bewerbung schreiben und nach ihrer Ausbildung doch keine Festanstellung bekommen. Ihr Verantwortlichen in der Wirtschaft: öffnet eure Tore, lasst die Jungen rein, gebt ihnen wenigstens Teilzeitjobs, aber gebt ihnen Arbeit und eine soziale Absicherung! Praktika helfen da nur bedingt weiter. Probieren Sie Job-Sharing Modell aus, um qualifizierten jungen Menschen eine Chance zu geben, damit sie nicht in andere Bundesländer abwandern. Wir brauchen alle qualifizierten jungen Menschen. Lassen Sie uns etwas Grips dafür verwenden, sie hier zu halten.

Es kommen immer wenige Junge nach, das ist eine Erfahrung, die auch Sportvereine zunehmend machen. Die Juniorenfördergemeinschaft  JFG Illtal macht vor, wie man die Zukunft trotzdem sichert: Kooperation und Bündelung der Kräfte, Abschied von Vereinsegoismen und stattdessen umfassende Förderung über Ortsgrenzen hinweg. Im JFG Illtal haben die jungen Fußballer eine Perspektive – ob sie aus Hüttigweiler, Hirzweiler, Welschbach, Stennweiler oder Mainzweiler (oder einem andere Verein) kommen. Die JFG Illtal sorgt für Betreuung, Training und Ausstattung . Nach den A-Junioren wechselt das Passrecht an den jeweiligen Stammverein zurück. Es wäre schön, wenn sich noch mehr Vereine der JFG Illtal anschließen würden. Denn: Es kommen immer weniger Junge nach.

Das heißt aber auch, dass unsere Gesellschaft vom Jugendlichkeits-Trend verabschiedet und auch älteren Menschen mehr Aufmerksamkeit widmet: ihren Wünschen, ihren Bedürfnissen, ihren Lebensstilen. Wir sind erst am Anfang dieser Entwicklung. Hier erschließen sich neue Politik- und Geschäftsfelder. Wir in Illingen haben die Zeichen der Zeit erkannt, und versuchen, Ziele neu zu setzen, um jungen UND älteren Menschen eine gute Zukunft zu eröffnen. Denn: Es kommen immer weniger Junge nach. Wir können nicht zaubern, aber wir können uns auf die Zukunft einstellen, auch beim Workshop zum teilräumlichen Entwicklungskonzept am 17. April. Die ersten Schritte sind gemacht, weitere müssen folgen. In diesem Sinne eine gute Woche.

Ihr Bürgermeister Armin König

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