The Winners Are… Die Zuschauer

Was für ein wundervoller Tanzabend in der Feuerwache: Wieder hatte Marguerite Maggy Donlon zu "The Winners Are" geladen, einem Ballettabend mit Choreografien von Gewinnerinnen internationaler Wettbewerbe, getanzt von der Donlon Dance Company DDC. Wir waren begeistert. Dabei begann der Abend durchaus unkonventionell mit "Persona", einem Tanzstück für zwei Tänzerinnen und eine Sängerin. Mit Bravour tanzten Liliana Barros und Youn Hui Jeon, mit Begeisterung sang Krahnenfeld auf dem für sie ungewohnten Tanzboden. "Persona" ist ein Spiel mit Körpern und Stimmen, mit Masken und Ausdrucksweisen, Formen und Bildern. Wie klingt der Mensch, der Körper, wie drückt er in Mienen Klang aus? Welche Emotionen werden dabei freigesetzt. Liliana Barros choreografiert nicht nur, sie tanzte auch selbst auf eindrucksvolle Weise. 

Dann Replay, ein Stück von Annabelle Lopez Ochoa, das den 1. Preis und den Publikumspreis beim internationalen Choreografie-Wettbewerb von Vornem 2003 gewonnen hatte. Der Einfall ist witzig, basiert das Stück doch auf unterschiedlichen nervösen Zuckungen, aus denen ein faszinierende Bewegungsfolge der drei starken Männer Taesug Kang, Nigel Campbell und Xianhui Zeng entsteht. Das ist mal witzig, mal athletisch, und immer originell. Megacool.

Höhepunkt des ersten Teils war "ich dich auch" von Sommer Ulrickson. Man stelle sich vor, wenn eine Frau der Freundin ihres Freundes begegnet. Angst, Wut, Verletzung, Witz, Neugier, Nähe, Spannung – alles ist drin. Das ist so unglaublich überzeugend aufgebaut und getanzt, dass man nur noch staunen kann. Meritxell Aumedes Molinero & Anna Altés Trenchs sind nicht nur tolle Tänzerinnen, sondern auch große Komödiantinnen. Das ist Schauspiel mit Bewegungen, Gesten, zwei Bierflaschen, zwei Stühlen, einem Tisch – und unglaublich viel Witz. 

Ähnlich "Nach Hause" – von Teresa Rotemberg. Das Tanzstück erklärt sich selbst: ein Paar in Krise, die Nebenbuhlerin, der zweite Mann. Der PM schreibt dazu: " Lionel Droguet und Meritxell Aumedes Molinero umtanzen Tisch und Stühle, ein Paar, deren Körper sich abstoßen wie gleichgepolte Magnete, gespiegelt und gedoppelt in den Bewegungen von Alfredo Garcia Gonzáles und Yamila Khodr." Es ist großes Kino, großer Tanz, mal dramatisch, mit Schreiszenen, auch GEwalt wird mehr als angedeutet, es ist aber auch ästhetisch.

Publikumsrenner ist natürlich "Lullaby for the Misunderstood, choreografiert von Caroline Finn." Einer muss immer der August sein. Oder der Ausgestoßene. Perfekt und witzig umgesetzt.

Schauts euch doch einfach an. Wir waren begeistert. Alte Feuerwache Saarbrücken. Mit einem Super-Team.

Danke Maggy für diesen Kunstgenuss.

Armin König

www.arminkoenig.de/blog

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