Illingen – eine Ortsmitte verändert sich – und die Bürger sind dabei (Teil 1)

Wie verändert sich eine Ortsmitte in Zeiten der Globalisierung und der Finanzkrise, des demographischen und des strukturellen Wandels? Und wie kann man eines der größten Probleme – die Industriebrache Höll – lösen?

Für mich ist es ein Schlüsselthema der Gemeindeentwicklung, und deshalb war und ist es für mich wichtig, dass wir uns diesem Thema nicht nur als Verwaltung und als Politiker widmen. Auch die Bürger müssen einbezogen werden. Sie sollen Stadt- oder Gemeindeentwicklung nicht passiv erleben, sondern aktiv mit gestalten.

Deshalb war es richtig, die Höllplanungen gemeinsam voranzutreiben, nachdem der Ursprungsplan wegen Unvereinbarkeit mit den Illinger Strukturen vom gesamten Rat und vielen, vielen Bürgern auf meine Intervention hin zurückgewiesen worden war.

Jetzt ist Bewegung in die Diskussion gekommen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Workshops zur Zukunftsentwicklung haben sich intensiv mit dem Thema auseinandergesetzt und zusammen mit Planern, Verwaltung und Politik Empfehlungen für den Masterplan gegeben. Gleichzeitig haben CDU und FDP die Firma Höll aufgefordert, sich beim Verkaufspreis zu bewegen (siehe Saarbrücker Zeitung). Ihr Vorschlag, Haushaltsmittel für eine Alternativstrategie vorzusehen, wurde allerdings von der rot-rot-grünen Mehrheit abgelehnt.

Ich will mich deshalb auf die Ergebnisse des Workshops konzentrieren.

Teilnehmer waren Armin König, Wolfgang Scholl, Hans-Dieter Schwarz, Aribert Burkart, Gerhard Meiser, Hans-Peter Metzinger, Karl-Josef Jochum, Hans-Eugen Schmidt, Jarno Kirnberger, Sigrid Linnebacher, Verena Monshausen, Gertrud Meiser, Alfred Backes, Ruben Becker, Werner Niklas, Dr. Andrea Berger, Thomas Hepp, Hugo Kern, Andrea Hartz und Stephanie Bächle.

Damit waren zwei Ortsvorsteher, alle Ratsfraktionen (CDU, SPD, Linke, FDP, Grüne), Gewerbeverein VGV, Handwerkerverein, Heimat- und Kulturring, katholische Kirche, DGB, JUZ Illingen, Verwaltung und Planer im Boot.

Es ging vor allem um die Vorbereitung eines „teilräumlichen Konzepts“.

Für Zuschussprogramme wie „Aktive Stadt- und Ortsteilzentren ist es notwendig, solche Konzept zu erstellen, damit nicht wahllos geplant und gebaut wird. Ziel des Konzeptes „ist die Entwicklung eines Leitbildes, das dem Ortszentrum zwischen Bahnhof und Illgrund in seiner funktionalen Vernetzung, Erschließung und städtebaulichen, gestalterischen Einheit als urbanem Lebensraum gerecht wird“ und gleichzeitig Identität stiftet.

In der Dokumentation heißt es: „In seiner Begrüßung betonte Bürgermeister Armin König die Bedeutung dieses Workshops für den Leitbildprozess, die Diskussion konkreter Maßnahmen sowie deren Weiterbearbeitung. Darüber hinaus sei der Workshop eine wichtige Voraussetzung für die Förderfähigkeit von
städtebaulichen Maßnahmen seitens des Landes. Die Ergebnisse des Workshops sollen in das Arbeitspapier eingearbeitet, dem Ausschuss für
Umwelt/Planen/Bauen vorgestellt und zuletzt vom Gemeinderat verabschiedet werden.

Hugo Kern (Kernplan, Illingen) und Thomas Hepp (Hepp+Zenner Architekten, Saarbrücken) stellten das Teilräumliche Entwicklungskonzept für die Ortsmitte von Illingen vor.

Das Untersuchungsgebiet umfasst die Ortsmitte von Illingen. Die Abgrenzung verläuft entlang der Hauptstraße vom Kreisel im Rosenthal bis zur Gennweilerstraße einschließlich der historischen Zehntscheune. In West-Ost-Richtung erstreckt sich der Untersuchungsraum von den bahnhofseitigen
Häusern in der Schillerstraße bis zur Reha-Klinik St. Hedwig. Neben der Hauptstraße werden die parallel verlaufende Rathausstraße, die Gerberstraße und die Lateingasse untersucht. Im Süden gehört der Bereich bis zum Sportplatz mit Poststraße, Goethestraße, Schulstraße, Beethovenstraße und der Judengasse
zum Untersuchungsraum.“

Fortsetzung folgt

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