Demographischer Wandel und die Kommunen in Deutschland – 22. bis 24. September dhv Speyer

Konsequenzen für Infrastruktur, Bildungswesen und Sozialstruktur

Wie zahlreiche westliche Industrienationen auch, steht Deutschland in den nächsten Jahrzehnten vor einem durchgreifenden demographischen Wandel. Niedrige Geburtenraten, eine höhere Lebenserwartung und ein ausgeglichener Migrationssaldo sind die Hauptfaktoren für diese Entwicklung. Neben den in der Öffentlichkeit meist diskutierten Folgen für die Renten-, Gesundheits und Arbeitsmarktpolitik, müssen aber besonders die Kommunen die Auswirkungen des demographischen Wandels tragen. Die Folgen für die Städte und Kommunen reichen von Problemen bei der Instandsetzung der Abwassernetze und der Verkehrswege, über die Schließung von Schulen aufgrund von Kindermangel, bis zur Überalterung ganzer Landstriche, besonders in Ostdeutschland. Die Fortbildungsveranstaltung der Deutschen Hochschule für Verwaltungswissenschaften (dhv) Speyer soll Konzepte und Fallbeispiele vorstellen, wie die Kommunen auf die demographische Herausforderung reagieren. Die Leitung hat Universitätsprofessorin Dr. Dorothea Jansen.

Die Konferenz ist hochkarätig besetzt mit den derzeit wichtigsten Vertretern des demographischen Dialogs aus Theorie und Praxis.Es geht um strategisches Handeln und Zukunftsszenarien. Referenten sind u. a. Prof. Heinrich Mäding, Vizepräsident der Akademie für Raumforschung und Landesplanung, Prof. Dr. Gunnar Schwarting Geschäftsführer des Städtetags Rheinland-Pfalz, Prof. Dr. Thomas Edeling (Uni Potsdam), die Bertelsmann-Demographieexpertin Dr. Kirsten Witte, der Bonner Demographieexperte Dr. Steffen Maretzke vom Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung, aus dem Saarland der demographieerfahrene Illinger Bürgermeister Armin König (Zukunftsprojekt Illingen2030), aus Hessen Christoph Bachmann vom Schwalm-Eder Kreis, aus Brandenburg Sabine Löser von der Landesagentur für Struktur und Arbeit.

„Demografischer Wandel kann eine Chance sein“, sagt beispielsweise Illingens Bürgermeister Armin König. „Für uns war er Anlass für eine strategische Neuorientierung und für eine umfassende Partizipation der Bevölkerung.“ Natürlich haben Schrumpfung und Alterung der Bevölkerung vielfach auch negative Auswirkungen, etwa bei der Infrastruktur. In schrumpfenden Regionen sinkt die Auslastung von Versorgungs- und Entsorgungsleitung, von kommunalen Einrichtungen. Kindergärten und Schulen kämpfen um ihren Bestand. Klaus Einig vom Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung stellt Best-Practice-Lösungen deutscher Kommunen und Regionen vor, und Christoph Bachmann vom Schwalm-Eder-Kreis plädiert für interkommunale Kooperationen.

Eine spannende Tagung – mit einem Thema, das viele Politiker bisher verdrängen. Aber demographischer Wandel ist kein Thema von Morgen, keine Gefahr, die man vielleicht abwehren kann. Demographischer Wandel hat längst begonnen. Und am besten geht man damit um, wenn man rechtzeitig aktiv wird.

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