Klugheit und gesunde Kinder-Ernährung #Illipse #fb

Kann man Klugheit vom Löffel essen? Welche Rolle spielt gesunde Kinderernährung in der Schule? Was können Eltern beitragen?

Antworten: Am Freitag, 10. September, in der Illipse. Schirmherrschaft: Umweltministerin Dr. Peter.

Nach dem erfolgreichen Bildungskongress im letzten Jahr hat sich die Gemeinde Illingen erneut entschlossen, eine große Fachtagung zu veranstalten, bei der die Kinder im Mittelpunkt des Interesses stehen. Es geht  am Freitag, 10. September in der Illipse um Kinderernährung als Fundament fürs Leben. Kooperationspartner sind die Landesregierung, die Unionstiftung die Landesarbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung Saarland und die Gesundheitsregion Saar.

Sie werden jetzt vielleicht fragen, warum die Gemeinde Illingen eine Fachtagung „Kinderernähung – ein Fundament fürs Leben“ veranstaltet? Ausgerechnet eine Kommune?

Wir engagieren uns, weil wir Akzente setzen sollen. Nirgendwo ist Politik den Menschen näher als in der kommunalen Sphäre. Wir nehmen das ernst und behandeln Themen, die auf den Nägeln brennen – zum Beispiel zum Thema Kinderernährung.

Weil Kinder unsere Zukunft sind und weil sie uns am Herzen liegen. Deshalb haben wir großes Interesse daran, dass es ihnen gut geht – körperlich und seelisch. Gesunde Ernährung und Bewegung sind wichtige Bausteine dafür. Und wenn Essen nicht nur gesund ist, sondern auch schmeckt und mit allen Sinnen genossen wird, steigert dies das Wohlbefinden – und vielleicht auch die Entwicklungschancen. Hochkarätige Experten aus Medizin, Ernähungsforschung und Sportwissenschaft geben praktische Tipps und vermitteln theoretische Grundlagen. In 9 Workshops wird in der Illipse aktiv gearbeitet. Am Ende werden die Besucher feststellen: Gute Kinderernährung muss nicht teuer sein und hat positive Effekte fürs Leben.

Welche Themen könnten die Besucher interessieren?

Es gibt ein Fülle guter Themen. Da ist zum Beispiel Prof. Georg Wydra vom Sportwissenschaftlichen Institut des Saarlandes. Er fragt provokativ: Ist das nur Hysterie, wenn wir Bewegungsmangel und übergewicht bei Kindern beklagen oder ist das eine Zeitbombe? Die Ernährungswissenschaftlerin Prof. Petra Lührmann fragt: „Können wir Weisheit vom Teller löffeln?“ Ihr geht’s also um den umgekehrten Suppenkasper. Die Landesarbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung verspricht „Essen mit allen Sinnen“ und hat einen Sinnesparcours für Kindergarten und Schule entwickelt.

Und dazu passend:

http://arminkoenig.wordpress.com/2010/08/09/nutella-die-dicken-kinder/

Mein Blog-Beitrag “Nutella und die dicken Kinder”:

Steht doch heute zufällig ein Nutella-Glas auf dem Tisch (- ich bin längst kein Nutella-Esser mehr, deshalb das Zufällige an diese Moment -), und mein Blick fällt auf das Etikett. Glücklich lese ich „+ 40 g gratis“. Also ein guter Einkauf! Und es wird noch origineller, denn produziert wird die Nutella „mit dem Besten aus gut 1/3 Liter entrahmter Milch.“ Ha, das klingt mal gesund. Da freuen sich die Ragazzi, und die Mammas und die Pappas auch. Die Kommunikationsabteilung von Nutella-Mamma Ferrero, die so viel von ökologischer Verantwortung philosophiert, und die Werbeagentur haben ganze Arbeit geleistet. Voll fett gutes teilentrahmtes Kinderlieblingsimage. Und noch 40 Gramm plus gratis.

Schauen wir doch mal auf der Inhaltsangabe, denke ich, doch ohne Lesebrille kann ich diese Geheimschrift nicht entziffern und entschlüsseln. Als ich die ersten Zahlen mit meiner Brillenlupe endlich lesen kann, weiß ich, warum die Ferreros das so verschämt winzig drucken und nicht so dick wie die entrahmte Milch. Denn was in der Ferrero-Zucker-Fett-Paste drin ist, ist so gewaltig, dass es auf kein kleines Etikettchen passt. 2227 KiloJoule auf 100 Gramm – macht für eine Nutella-Dose 8908 KiloJoule. Also: 8.908.000 Joule. Hammer, was für eine Zahl!!! Das reicht ja fast für eine komplette Fußballmannschaft samt Ersatz- und Trainerbank, denke ich, also bin ich (überrascht; warum der Kevin Kuranyi nicht auf der Bank sitzt, will ich jetzt nicht diskutieren, das ist eine andere Baustelle; stattdessen denke ich nur: ). Ihr seid mir Schluris! Was für ein Kalorienspeicher. Ach was: Was für ein Kalorienbombenspeicher – das ist ja schon ein Kohlenhydrat- und Fettwaffenarsenal. Ob die dafür einen Fettwaffenschein brauchen? An Kilokalorien sind es immerhin 553 pro 100 gr., ausgeschrieben: 553.000 Kalorien in 100 Gramm Nutella. Dafür muss ein Seniorenschwimmer viele, viele Bahnen ziehen. Und erst die Ragazzi: potztausend. Was müssen die schwimmen und springen und rennen und hüpfen, um all die Kalorien aus Zucker und Öl zu verbrennen. Also ist Nutella indirekt Sportförderung, denn wenn die Kiddies nicht springen und schwimmen und rennen und laufen, werden sie immer dicker und dicker – ach das wollen wir gar nicht weiterdenken, weil nämlich die Ferreros so eine große ökologische Verantowrtung haben, wie sie schreiben. Und deshalb machen die auch mit gutem Gewissen Sportförderung. Da freuen wir Sportler uns aber. Dass sie die Kinder zum Sport bringen. Und das wollen wir doch. Deshalb ist Ferrero gut. Und deshalb schießt der Kuranyi in der Nationalmannschaft so viele Tore, dass ihn jetzt sogar die Russen gekauft haben. Da kriegt der einen schlanken Fuß. Und eine schlanke Frau hat er vermutlich schon (die aber nicht von Nutella, eher vielleicht von Ferrero-Küsschen, aber das ist eine andere Geschichte).

Weil also die Milch so gut teilentrahmt ist, deshalb machen sie in 100 Gramm Nutella für die Sportler und all diejenigen, die noch groß und stark werden müssen, großzügig 56,6 gr Kohlenhydrate, davon allein 55,4 gr Zucker (so viel Zucker kriegst du in keiner Trattoria, keiner Pizzeria und nicht beim Segafredo). Und 31,0 gr Fett. Nicht billiges Fettes Brot. Nein. Gute fette süße Schokipaste. Ich seh’ schon, wie euch das Wasser im Munde zusammenläuft, wenn ihr die Zahlen lest: 86,4% und Fett. Ha, und die 9,9 Gramm gesättigten Fettsäuren liebt unser Herzkreislaufsystem heiß und innig. So sind die Italiener nach dem 2. Weltkrieg groß und stark geworden, haben wir in einem Boulevardblatt gelesen. Nachkriegsaufbaunahrung. Bombensicher. Und deshalb auch die positive Etikettierung. „Mit dem Besten aus gut 1/3 Liter teilentrahmter Milch.“ Es ist nicht zu fassen: So viel Kreativität für so viel Fett&Zucker. Es stimmt also doch, dass Zucker die Kreativität fördert. Und manchmal das Cholesterin. Aber da streiten die Forscher noch. Bei mir steigt sogar manchmal das Adrenalin.

Ehrlich gesagt: Auf solch ein Etikett und solch eine Werbung muss man erst mal kommen, bei solch gigantischen Fett- und Zuckermassen in der Schokimasse zu texten: „mit dem Besten aus gut 1/3 Liter teilentrahmter Milch“.

Nirgendwo sonst hab ich erlebt, wie man 86,4% Zucker und Fett so einfach im Kleingedruckten verschwinden lassen und in den fetten Schlagzeilen durch teilentrahmte Milch (mit dem Besten aus GUT einem Drittel Liter) ersetzen kann. Eigentlich sollten sich beide schämen: die Ferreros und die Werber, die so frech manip…

„Einhalt“, ruft Ferrero, nicht solche bösen Worte! Wir Guten schenken euch doch was. Ach ja: Stimmt tatsächlich. Wir lasen es ja auf dem Etikett: „Plus 40 gr. gratis“ – Macht 34,4 gr Zucker und Fett gratis. Das ist mal ne fette Dosis Geschenk. Krass. Das lieb ich. Voll fett. Beenden wir also unseren kleinen Glossen-Blog freundlich und nett, wie es die verantwortungsbewussten Schoki-Kommunikatoren wünschen!

Na toll: Ferrero schenkt uns dicke Kinder – darf das die Botschaft sein? Nein?
Dann hätte ich einen anderen Vorschlag, nachdem ich gerade mal 10 Gramm von der Nutella mit dem Löffelchen gegessen habe:

Voll fett: Nutella schenkt uns sportliche Kinder. Und solche, die es werden müssen.

Für die italienischen Momente im Leben…

P.S.:

Ferrero bekennt sich in der Firmenphilosophie zu „gelebter Verantwortung“.

1 Comment

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marathonundlaengerreply
9. September 2010 at 06:23

Die Ernährung ist ja neben dem Laufen eines meiner Lieblingsthemen, deshalb danke ich für den Blog-Beitrag.

Wenn die Politik, wenn die Kommunen, wenn Verantwortliche sich wirklich um die Ernährung von Kindern Gedanken machen, dann müssen andere Maßnahmen folgen als ein Kongress…

Erklären wir den Menschen doch mal, was welche täglichen Gifte wir mit der Nahrung zu uns nehmen, nur um es bequem zu haben, welche Wirkzusammenhänge es zwischen dem Säure/Basehaushalt des Menschen und der weizen-, fleisch- und kaffeelastigen Ernährung gibt – und vieles mehr.

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