Es wird ziemlich viel Veränderung geben, das wird nicht jedem schmecken

Es waren große Töne beim Kongress „Moderner Staat“ in Berlin zu hören – und wieder einmal ging es um die Frage, wie Verwaltung am besten um sich selber kreist. Man hat Ängste, Sorgen vor Veränderungen, man will aber auch Treiber und Motor und Antreiber sein. Und wenn der parlamentarische Staatssekretär Dr. Ole Schröder (der Mann von Kristina, der promovierten Ministerin) sagt: „Moderner Staat ist ein Kulminationspunkt zur Modernisierung der öffentlichen Verwaltung“, dann freuen sich auch die Veranstalter. Dazu gehören das Bundesministerium des Inneren, die KGSt, Vitako, BSI und die Zeppelin University aus Friedrichshafen.

„Taktgeber der Transformationsprozesse“ – so nannte man im Abschlussbericht die Hauptintention des Kongresses. Will hießen: Es wird ziemlich viel Veränderung geben, das wird nicht jedem schmecken, vor allem nicht Führungskräften in Leitungsfunktionen, die plötzlich umdenken müssen. Aber das hören wir seit Jahren so, immerhin gibt es den Kongress seit 14 Jahren. Und im nächsten Jahr wird sich auch der Kongress des Deutschen Beamtenbunds diesem Thema widmen. Vielleicht erfolgt dann der große Durchbruch. Denn der Druck zur Veränderung wächst gewaltig. Wir spüren den schon lokal. Finanzkrise, Schuldenbremse, Übertragung neuer Aufgaben und im Saarland eine Landes-Politik, die die klammen Kommunen nicht an der Schuldentilgung beteiligt – das sorgt für wachsenden Druck. Wir brauchen dringend neue Strategien. Es gäbe sie ja – zwar nicht beim Kongress „Moderner Staat“, aber unter kreativen Querdenkern.

Ideen hätte ich. Der Kongress hat dazu beigetragen, dass sie für mich noch klarer wurden. Aber sie müssen noch ein bisschen reifen.

Dass der „Moderene Staat“ kommunikativ zulegen muss, steht für mich fest. Rekordbesucherzahlen sind da nur vordergründig ein Erfolg. Twtter und Facebook, die wichtigsten Social-Media-Stars, waren nur am Rande Thema, eine Twitterwall gab es nicht, auch das iPad spielte fast keine Rolle. Das soll eGovernment der Zukunft sein? Leute, da müsst ihr aber gewaltig nachlegen.

Es wird ziemlich viel Veränderung geben. Das werden auch die Veranstalter spüren. Um sich selbst zu kreisen, reicht für Verwaltungen nicht mehr. Das wird ein spannender Prozess. Und wir sind mittenmang dabei.

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