In der Höhle der Bücher

In einer Zeit, in der alle kommunalen Aktivitäten nach Effizienzkriterien durchdekliniert werden, in der Büchereien und Kultureinrichtungen mangels Geldmasse geschlossen werden, eröffnen wir eine neue Bücherei in einer alten Kulturscheune: unsere neue „Bücherhöhle“. WAs für ein Traum in einer eher unromantischen Welt!

Sind wir noch zeitgemäß? Aber natürlich sind wir zeitgemäß. Wir wissen, wie wichtig Wissen für die Welt ist. Es ist ein Grundnahrungsmittel. Und Bücher sind immer noch der beste – weil praktischste – Wissensspeicher, die billigste und greifbarste Datenbank. Wir wollen maßgeblich dazu beitragen, dass die Illinger von diesem Wissen profitieren können. In attraktivem Umfeld – der alten Scheune – können wir Lust auf Bücher machen. Und es gibt tausende guter Bücher, die Sie hier entdecken können. Lassen Sie sich entführen in die Welt der Wörter, lassen Sie sich verzaubern, entdecken Sie neue, eigene Welten.

Das Geräusch beim Blättern der Seiten, der Geruch des Papiers, das Gewicht des Buches, das man am besten ermessen kann, wenn man zu später Stunde im Bett liest und die Arme mindestens so schwer werden wie die Augenlider – all dies sind Erscheinungen des Lesens, die die Welt der Bücher so greifbar macht.

Die alte Scheune in der Hauptstraße 82 beherbergte einmal alte Gemeindeakten. Spinnweben zogen sich durchs alte Gemäuer, niemand wollte die alten Leitzordner, die wir doch aufheben mussten, in der alten Höhle angreifen. Bis wir auf die Idee kamen, die Archiv-Akten zu digitalisieren. Damit gaben wir gleichzeitig menschen mit Behinderung Chancen auf einen Zukunftsberuf. Dabei erfuhren wir, dass es erhebliche Vorteile hat, altes Schriftgut zu digitalisieren, weil man später digital mit Volltextfunktion darauf zurückgreifen kann. Für alte Akten braucht man kein haptisches Gefühl, keinen Geruchssinn, keine starken Arme. Man braucht nur Algoritmen, die die gesuchten Informationen bei Bedarf wieder aufspüren – viel schneller, als wenn man sie mit Hand und Augen suchen müsste. So wurde die Alte Scheune frei, und Norbert Zewe erwarb sie, um eine Kulturscheune einzurichten. Es war eine großartige Idee, und ich habe mich gefreut, dass Annette Zewe (jetzt Stein), hier mit ihrer Malschule und ihrem Atelier einrichtete. Wie das Leben so spielt: Annette übernahm das elterliche Haus, richtete dort ihr Atelier ein, und die Kunstscheune – nun hervorragend restauriert und in nichts mit dem alten Gemäuer zu vergleichen – war wieder frei. So entstand die Idee, die Bibliothek hier einziehen zu lassen. Gemeinderat und Ortsrat haben zugestimmt. Mein besonderer Dank gilt Maria Forster, die als Herrin der Bücher immer ein gutes Händchen hat und einen intensiven Kontakt zu den Schulen pflegt. Nutzen Sie ihre Kompetenz und lassen Sie sich entführen in die zauberhafte Welt erzählender Bücher. Auch topaktuelle Sachbücher und Nachschlagewerke können sie in der Bücherscheune finden. Schauen Sie doch einfach mal vorbei in unserer neuen Bücherhöhle. Wir freuen uns auf Sie.

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