Notizen zu Illingen, meinem Heimatort

Armin König vor der Burg Kerpen Illingen
Illingen liegt im Herzen des Saarlandes, hat knapp 18.000 Einwohner, ist wirtschaftsstark, Gymnasial- und Gesundheitsstandort und besticht durch eine attraktive suburbane Lage. Zudem ist Illingen sehr dynamisch und erfolgreich. Wäre ich Politiker, würde ich sagen: Unser Illingen hat ein Gesicht, unser Illingen hat ein Profil. Illingen ist wunderschön, ein Erholungsort aus dem Bilderbuch. Wir setzen auf Ästhetik, auf Natur und Kultur. Die Illuminale an der Burg Kerpen war Teilprojekt der Kulturhauptstadt Europas in Luxemburg und dem Saarland.

Wir haben die schönste und längste Kulturpraline des Saarlandes, die Illipse. In diesem Jahr wird sie zehn Jahre alt. Wir haben sie gebaut, weil wir darauf vertraut haben, dass Kultur ein sanfter Standortfaktor ist. Seither sind zahlreiche Stars hier aufgetreten, Echo-Preisträger, Popstars, Rocker, Jazzer, Klassiker. Sabine Meyer, die Klarinettistin, Danjulo Ishizaga, die große Nachwuchshoffnung der Cellisten, Christina Stürmer, die Popsängerin aus Österreich, Eliane Elias, die Jazz-Pianistin aus New York, Nils Landgren, der Jazz-Posaunist aus Dänemark, Ewa Kupiec, die Chopin-Virtuosin aus Polen, die vor wenigen Tagen den Ruf auf die Professur für Klavier an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover angenommen hat und im Wintersemester hier in dieser Stadt lehren wird, Billy Cobham, Wolfgang Niedecken, Reinhold Messner, Arved Fuchs und viele, viele andere. Nach zehn Jahren können wir feststellen: Kultur ist tatsächlich ein Wirtschafts- und Standortfaktor.

Wir setzen auf kreative Wirtschaftsförderung, haben mit dem Illtaler Regionalgeld eingeführt, das dafür sorgt, dass wenigstens ein Teil des Geldes der Illinger nicht in die Riesen-Einkaufscenter auf der grünen Wiese fließt, die in fünfzehn Jahren zu den Bauruinen des 21. Jahrhunderts gehören werden. Viel Kaufkraft können wir damit nicht binden, aber es ist immerhin eine dreiviertel Million für die kleinen und mittleren Einzelhändler, die garantieren, dass wir noch eine funktionierende Hauptstraße haben. Es gibt keinen Geburtstag, keine goldene Hochzeit, bei dem nicht Illtaler verschenkt werden. Es ist das optimale Präsent. Dabei wollten die Einzelhändler das zunächst gar nicht, dieses Regionalgeld. Aber dann haben sie doch ja gesagt –  und jetzt sind 150 Einzelhändler Teil dieses Regionalgeld-Tauschsystems. Es klappt prima.

Wir gewinnen Preise: Kulturort des Saarlandes, Integrationspreis des Saarlandes für Menschen mit Behinderung, und sogar den Bundeswettbewerb Chance.Natur mit fünf anderen Kommunen zusammen. Interkommunale Zusammenarbeit heißt das Zauberwort. Und damit haben wir innerhalb von 20 Jahren das zweite gesamtstaatlich repräsentative Umweltprojekt in unsere Region geholt – verbunden mit Fördergeldern in Millionenhöhe.

Ich bin dankbar, hier Bürgermeister sein zu dürfen.

 

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