Vorbildlich in Europa: Illingen-Tuchów-Bük

10 Jahre Partnerschaft mit Tuchów, 10 Jahre Partnerschaft mit Bük sind ein echter Anlass, zu feiern. Denn 10 Jahre Partnerschaft bedeutet: viele neue Freundschaften, viele Begegnungen, Briefe, Karten, Emails, persönliche Geschichten und offizielle Programme. Diese Partnerschaften leben von den Menschen, die sie tragen, Menschen, die miteinander reden, miteinander feiern, miteinander singen, miteinander Fußball spielen. Musik und Sport überwinden Entfernungen und führen zusammen.
Über drei dutzend Begegnungen hat es in diesen zehn Jahren auf unterschiedlichsten Ebenen gegeben. Aus den kleinen Anfängen sind viele Freundschaften entstanden. Das war deshalb möglich, weil es Begegnungen der Herzen sind, voller Emotionen.
Für die ersten sympathischen Anfänge stehen Menschen wie Maria Maniak, Peter Blaskewitz, Jan Gogola, Staszek Obrszut, Dieter und Mathilde Vogtel, Manfred Meiser, Helmut und Marliese Weiskircher, Klaus Wagner, Tibor Stren, und Julia Klara, Gabor Holoszi, Alfons Vogtel, Günter Schmidt, Christoph Schröder, Inge Fuhr, Brigitte Donie, Arno Woll und Wolfgang Scholl, Michael und Sigrid Stoll. Ein herzliches Dankeschön den Frauen und Männern der ersten Stunde!
Ich will auch bei dieser Gelegenheit die große Ehrung für Peter Blaskewitz würdigen. Er hat am 1. Februar in Tuchów die Melaniusz-Statuette erhalten. Mit dieser Auszeichnung werden Personen und Stiftungen geehrt, die sich besonders für die Entwicklung der Stadt und Gemeinde Tuchów verdient gemacht haben. Er war der erste ausländische Staatsbürger, dem diese Ehrung zuteil wurde. Lieber Peter Blaskewitz: Wir alle gratulieren zu dieser großen Auszeichnung und freuen uns mit Ihnen. Herzlichen Glückwunsch.
Mittlerweile gibt es viele, viele weitere Bürgerinnen und Bürger, die Freundschaften geschlossen haben. So ist ein festes Band entstanden. Das ist die private Seite.
Entscheidende Institutionen sind das Illtal-Gymnasium, das den Grundstein der Partnerschaften mit Tuchów legte – sozusagen die Mutter aller Partnerschaften -, die Polizei, deren Fußballturnier die Kontinuität der Begegnungen zwischen Illingen und Bük bzw. Köszek begründete, und der deutsch-polnische Freundeskreis DPFK unter dem Vorsitz von Michael Stoll. Ich habe in dieser Zeit über ein dutzend Schülergruppen im Rathaus empfangen. Begeisterung, Stabilität und Kontinuität prägen das Bild dieser offiziellen Freundschaften. Allen Verantwortlichen und Vorständen dieser Institutionen gilt ein ganz besonderer Dank für die Marksteine, die sie gesetzt haben, für die Begeisterung, die sie auch weiterhin für dieses Projekt entwickeln.
Dazu trägt auch die offizielle, politische Seite bei, die ebenfalls sehr erfreulich ist. Die Verträge, die Mariusz Rys, Lajos Horvath und ich vor zehn Jahren unterschrieben haben, stehen auch politisch auf festem Fundament. Ich freue mich, dass Sandor Nemet, der heute die Delegation von Bük anführt, diese Politik nahtlos fortführt.
Es ist ein Glücksfall, dass diese Partnerschaften auch von den kommunalen Selbstverwaltungen – den Bürgermeistern, den Beigeordneten und Gemeinderäten und den Verwaltungen, nachhaltig unterstützt werden. Eine wichtige Rolle spielte von Anfang an der Ältestenrat der Gemeinde Illingen mit Vertretern der Fraktionen, den Beigeordneten und Mitgliedern des Gemeinderats. Sie haben nicht nur politische Unterstützung organisiert, sondern auch finanzielle Mittel organisiert. Stellvertretend nenne ich Günter Schmidt, Christian Petry, Inge Fuhr und Gerhard Meiser. Ihnen allen danke ich ebenso herzlich wie Raimund Backes und seiner Nachfolgerin in der Sachbearbeitung, Sabine Mohr, für die organisatorische Arbeit.
Es gab in diesen zehn Jahren viel tolle Eindrücke, viele schöne Begegnungen mit Tänzen, Musik, Gesang, Trinksprüchen, mit Erntefest in Bük und Erntedank in Tuchow, mit Karneval, mit großen Chorauftritten, mit spirituellen Erlebnissen besonderer Art, etwa im Kloster von Tuchów, mit Weltkulturerbe-Besuchen, mit Joachim Smykallas Klarinettenmusik in der Salz-Kathedrale, dem Musical Tommy, mit wundervollen Natureindrücken, mit Wellness im Schwefelbad. Und immer und überall mit gutem Essen und Trinken, das bekanntlich Leib und Seele zusammenhält.
Was wäre eine Partnerschaft ohne Anekdoten? Es gab Busfahrten mit kaputtem Auspuff, Zugfahrten mit Umsteigwirrungen, einen von Alfons Vogtel im Helenental zerlegten Jaguar, es gab viele, viele hilfreiche Freunde, die immer wieder flexible Lösungen bei kurzfristigen Programmänderungen ermöglicht haben und vor allem tolle Gastgeber auf allen Seiten.
Eigentlich könnten wir uns nun bequem zurücklehnen und sagen: Es läuft. Prima.
Wir haben uns gesucht und gefunden, wir reden miteinander, wir feiern miteinander, wir treiben Sport und hören gemeinsam Musik und überwinden so selbstverständlich große Entfernungen und politische Grenzen. Aber es gibt auch Signale, die wir beachten müssen. Der Zusammenhalt in Europa ist nicht mehr so selbstverständlich wie er vor zehn Jahren noch war. Währungsturbulenzen, nationale Egoismen, aufblitzende Nationalismen lassen uns wachsam werden. Gerade deshalb sind solche Freundschaften der Bürgerinnen und Bürger so wichtig. Sie sind das Fundament eines geeinten Europas, sie halten auch Irritationen aus, seien sie international oder national. wer erst einmal dabei ist, wer mit voller Überzeugung mitmacht, der weiß um den Reichtum dieser Freundschaften.
Wir haben in diesen 10 Jahren wahre Schätze entdeckt. Und ich bin sicher, wir werden noch viele Schätze entdecken.
Danke allen Beteiigten.
Dziękuję bardzo.
Köszönöm.

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