Schwieriges Bauvorhaben in Uchtelfangen

wir müssen momentan eines der schwierigsten Bauvorhaben stemmen, das ich in den letzten 16 Jahren erlebt habe: Es ist der Umbau der Sport- und Kulturhalle Uchtelfangen. Ich verstehe, dass von Vereinsseite zunehmend Druck ausgeübt wird. Aber das Projekt ist anspruchsvoll und komplex, und es braucht seine Zeit. Dieser Umbau in Uchtelfangen ist nach dem Rathaus, dem Hallenbad und der Schulturnhalle Hüttigweiler die dritte Radikalsanierung in meiner Amtszeit. In der Regel muss man für solche Umbauten etwa 20 bis 24 Monate einplanen. Alles andere ist Wunschdenken. In 15 Monaten ist eine solche Halle nicht zu entkernen, umzubauen und mit völlig neuen Standards zu versehen, wenn man nicht selbst alleiniger Herr des Verfahrens ist. Um es mit einer chinesischen Weisheit auszudrücken: Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zupft.
Die Gemeinde Illingen hat selbst kein Geld, eine so umfangreiche Generalsanierung durchzuführen. Deshalb mussten wir uns für das energetische Zuschussprogramm des Bundes und des Landes entscheiden, das einen Großteil der Kosten übernimmt. Ich halte diese Entscheidung nach wie vor für richtig, auch wenn wir damit erhebliche Auflagen in Kauf nehmen mussten. Hätten wir dies nicht getan, hätten wir auf die Sanierung verzichten müssen. Die Uchtelfanger Halle wäre im Laufe der Jahre marode geworden, wir hätten viel Energie zum Fenster rausgeblasen und hätten doch hunderttausende Euro in immer neue Reparaturen stecken müssen. Das haben wir erfahren, als wir die ersten Deckenelemente geöffnet, die Wände und die Statik überprüft haben. Dabei erlebten wir eine Überraschung nach der anderen. Die Halle ist zu einer Zeit gebaut worden, als überall im Land vor der Gebiets- und Verwaltungsreform noch schnell Mehrzweckhallen errichtet wurden. Wir wussten ja, dass die Halle bei weitem nicht dem aktuellen Standard genügt. Aber einige Beobachtungen haben uns dann doch umgehauen. Natürlich hatte dies Folgen. Wegen der konstruktiven Schwachpunkte und der notwendigen energetischen Sanierung mussten wir die Halle in bestimmten Bereichen völlig entkernen: Decke raus, Boden raus, Wände erneuern, Notausgang, Heizung, Lüftung, Elektrik, Seitenwände, Prallschutz, Sanitär – alles war erneuerungs- oder anpassungsbedürftig.
Wir standen vor einem ähnlichen Problem wie beim Hallenbad: Es bleibt kaum mehr als die Außenhaut, der Grundriss und die Gesamtkonstruktion, aber selbst dort muss massiv nachgebessert oder umgestaltet werden. Das ist schwierig und zeitaufwendig. Neubauten sind natürlich einfacher abzuwickeln. Wer schon mal gebaut hat, weiß, wie kompliziert ein Umbau im Bestand ist. Aber was wäre die Alternative gewesen? Nichts zu tun? Das wäre nicht in Frage gekommen.
Dass wir wegen des ambitionierten Zuschussprogramms auf Gedeih und Verderb auf Genehmigungen Dritter angewiesen sind, wissen Sie. Das hat uns zunächst zu schaffen gemacht. Dieses Problem ist aber nach Interventionen gelöst worden. Allerdings mussten und müssen wir beim Umbau Kompromisse schließen, weil unser Zuschuss auf 1,8 Millionen € gedeckelt ist. Jeder Euro wird dreimal umgedreht. Letztlich hat dies zu erheblichen Verzögerungen geführt, etwa als es um die Ausführung der Decke ging. Wir haben dabei Neuland betreten. Die Baukommission berät, empfiehlt, entscheidet und diskutiert. Danach wird ausgeschrieben und verge-ben. Das ist okay so, auch wenn es manchmal umständlich und kompliziert ist. Es ist ein Stück mehr Basisarbeit und Transparenz. Natürlich könnte man dies einfacher haben. Aber so sind am Ende auch alle im Boot. Keiner kann sagen, er (oder seine Fraktion oder sein Ortsrat) hätten nicht mit entschieden. Es gilt die alte Weisheit: Mitgegangen, mitgefangen. Aber wir kriegen das hin, kein Angst! Wir wollen ja den Erfolg!
Was die Fertigstellung in Uchtelfangen angeht, so empfehle ich, keine unrealistischen Daten vorzugeben. Die genannten 20 Monate sind Mitte Dezember abgelaufen. Natürlich setzen wir uns mit aller Kraft dafür ein, dass es schneller geht, das gilt übrigens auch für meine Beigeordneten. Vor allem Gerhard Meiser hat sich in den letzten Monaten sehr engagiert. Zaubern können wir aber trotzdem nicht. Wir wollen ordentliche Arbeit leisten und nicht „knauben“, wie der Saarländer sagt. Um Verständnis bittet deshalb

Ihr Bürgermeister Armin König

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