Ein Plädoyer für die Musenfächer

Der Jungpolitiker Jonas Reiter (Schülerunion im Kreis St. Wendel) hat gefordert, die Musenfächer abzuschaffen. Bildende Kunst und Musik sollen vom Lehrplan verschwinden. Diese Unterrichtsfächer seien nicht mehr zeitgemäß, weil sie Schüler nicht aufs spätere Berufsleben vorbereiteten, argumentiert SU-Kreischef Jonas Reiter (16). Vielmehr sollten sie als freiwillige Angebote auf den Nachmittag verlegt werden. Ich mag den Jonas Reiter ja, aber seine Forderung nach Abschaffung der „Musenfächer“ halte ich für völligen Quatsch. Kultur und Musenfächer muss man stärken, nicht abschaffen. Kultur ist die Wurzel unseres Handelns.

Und Schule ist keine utilitaristische Anstalt, in dem nur das zählt, was sich in Heller und Pfennig an der Börse und auf dem Arbeitsmarkt auszahlt.

Übrigens hatte ich meine großartigsten Schul-Erlebnisse in den Musenfächern Musik und Sport. In Deutsch natürlich auch. Peter Doll hat uns ins Theater geschickt, um Sinfoniekonzerte und Opern zu hören. Er hat uns Lust auf grandiose Musik gemacht und die Carmina Burana ebenso näher gebracht wie die Entführung aus dem Serail (Morgen in SB Premiere; hingehen!), die Zauberflöte, die Beatles und Janis Joplin. Mit Sprache verdiene ich seit über zwei Jahrzehnten mein Geld, mit Musik und Literatur entdecke ich die Welt. Und dafür brauch ich wenig Geld :-)) Jonas, da liegst du echt falsch! Das finden auch 17 Facebook-Besucher meines Blogs. Danke euch allen.

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