Kultur ist auch lokal ein Lebenselixir


Der Mensch lebt nicht vom Brot allein. Natürlich muss das Materielle stimmen. Fairness, Gerechtigkeit und soziale Sicherung sind die Basis unserer Gesellschaft und unseres Handelns. Aber nicht minder wichtig sind Bildung und Kultur. Gerade in diesen Tagen, in denen heftig über die Zukunft des Saarlandes und seiner Gemeinden diskutiert wird, sind die Themen Identität, Heimat und Kultur eine wesentlich. Sie prägen uns, ebenso wie der Glaube.
Dass dies immer noch stimmt, haben wir beim „Jakobslieder“-Open-Air von An Erminig an der Bergkapelle wieder erlebt. Das macht stark, das schafft Gemeinschaft.
Kultur ist Leben. Das gilt für Hochkultur und für Unterhaltungskultur gleichermaßen. Wir haben die Connections, diese Kultur bezahlbar in der Illipse, im Rathaussaal, im Kultursaal und an anderen geeigneten Orten zu präsentieren.
Kultur ist aber auch Regionalkultur, Lokalkultur, Bürgerkultur. Wir unterhalten, wir setzen Zeichen (wie mit „Rock gegen Rechts“), wir animieren zum Nachdenken (wie bei Literaturlesungen im Rathaus oder VHS-Vorträgen in Wustweiler), wir mischen uns ein und mischen auf.
Kultur gegen Mutlosigkeit und Trägheit, Kultur als Muntermacher, Kultur als Heimat-Kunde, Kultur als Schatz, Kultur als Gemeinschaftsstifterin – so definieren wir in Illingen Bürgerkultur. Der Erfolg gibt uns Recht. 10 Jahre Jazz in der Illipse werden bundesweit beachtet. Es müssen keine Massenveranstaltungen sein, die „Quote“ und hohe Einnahmen bringen. Es soll auch keine „verkopfte“ Kultur sein. Sie muss Spaß machen, mitreißen, Lebensqualität bieten. Ob uns das immer gelingt, wissen wir nicht. Aber wir geben alles für Sie, damit sich dieses Engagement lohnt.
Wir Illinger „Kulturfans“ setzen dabei nicht nur auf Illingen, sondern auf das ganze Illtal und die Region. Illingen hat eine besondere Strahlkraft, das haben am Sonntag auch Hans Martin Derow und Thomas Doll von An Erminig hervorgehoben. Und mit diesen Pfunden müssen wir wuchern.
Dabei arbeiten wir gern mit Initiativen und Vereinen aus dem ganzen Illtal zusammen. Dass dies zu bemerkenswerten Ergebnissen führt, zeigte das erste „Kulinarische Wanderwegefest“ des Freundeskreises Illtalerland e.V..
Der Regionalzug von Illingen nach Lebach war voll besetzt – und das an einem Samstagmorgen. An neun Stationen gab es kulinarische Köstlichkeiten von Eierschmier bis Flammkuchen. Mit so vielen Wanderern hatten die Organisatoren sicherlich nicht gerechnet.
Wir als Schirmherrin und Schirmherr – Bürgermeisterin Birgit Müller Closset und ich – waren verblüfft über den großen Erfolg und begeistert. Das müssen wir wiederholen.
Gemeinsamkeit macht Spaß und lohnt sich. Wir kennen da keine Vorbehalte.

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