Die Wut der Völkischen auf Merkel


Nichts eint die Völkischen so wie die Wut auf Angela Merkel. Vor allem die Grenzöffnung im Jahr der Flüchtlingskrise 2015 haben die Völkischen der Bundeskanzlerin nie verziehen. Die unfassbare Strategie des Tabubruchs, das Hinausschreien ihrer Wut, hat niemand so erwartet, vor allem nicht so dauerhaft. Aber nach den ersten Pegida-Demonstrationen in Dresden hörte das Brüllen der Wutbürger nicht auf. Im Gegenteil. Der Partei-Arm der Pegidas, die von äußerst Rechten okkupierte AfD, hat diese Permanenz-Ermpörung kanalisiert und professionalisiert. Das sorgte für permanente Berichterstattung.

Medienaufmerksamkeit sorgt für (verzerrte) Wahrnehmung. Provokationen werden hochgespielt und mit Bedeutung aufgeladen. Das ist der Stoff, aus dem die Völkischen seit nunmehr vier Jahren ihre Riemen schneiden, und es spielt nun keine Rolle mehr, ob dies auch weiterhin widerstandslos geschehen wird oder nicht: Die Rechtsnationalen haben ihr erstes Ziel erreicht: sie sitzen in Parlamenten, obwohl sie das liberale demokratische Parlaments-System verachten, das sie nunmehr alimentiert.

Es ist ein Treppenwitz der Geschichte, dass Alt-Reaktionäre der Bonner Republik im Schulterschluss mit Altreaktionären der untergegangenen DDR und Jung- und Altnationalradikalen der neuen, großen Bundesrepublik Deutschland gegen Freiheit und Liberalismus, Weltoffenheit und Menschenrechte revoltieren. Sie wollen ein anderes Land, eine andere Republik, fremdenfrei und kulturhegemonistisch deutsch im nietzscheanischen Sinn. Man muss das wissen, wenn man mit ihnen in den Clinch geht.

Aber wir müssen in den Clinch.

Insbesondere der ungeschminkte Rassismus an der AfD-Spitze entsetzt.

Aber er ist auch Anlass, den Kampf gegen Feinde der Verfassung  aufzunehmen. Der harte Kern der Völkischen ist nicht zu bekehren. Doch die Wählerinnen und Wähler kann man zurückgewinnen. Das ist die Aufgabe der Demokraten aller Parteien.

AK

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