Von Bädern, Drehleiter und interkommunaler Verantwortung

„Schreib doch mal was über das Hallenbad! Du machst doch immer so viel Werbung fürs Freibad, wirb doch auch mal fürs Hallenbad“. Hat mir eine Verwandte gesagt. Recht hat sie. Wir machen zwar immer viel Werbung fürs Freibad, wir machen auch jede Werbung fürs Hallenbad, aber wir sollten vielleicht noch deutlicher machen, WIE WICHTIG dieses Hallenbad ist. Es ist vor allem ein Bad für den Schulsport, es ist ein Bad für den Leistungssport, es ist ein Bad für den Gesundheitssport, es ist ein Bad fürs Überleben. Das klingt jetzt dramatisch, stimmt aber: Nur wenn Kinder und Erwachsene schwimmen können, sind sie auch weitgehend geschützt vor dem Ertrinken. Leider haben die Badeunfälle am Meer und an Badeseen in den letzten Jahren wieder zugenommen – auch deshalb, weil in Deutschland immer mehr Bäder geschlossen worden sind.
Wir halten zwei Bäder als Grundversorgung vor. Diese Bäder werden von Gästen aus 16 Nachbarorten besucht. Aber wir Illinger allein tragen die Kosten. Es gibt noch immer keine Unterstützung für die Kommunen, die im Sinne der Daseinsvorsorge Einrichtungen bezahlen, unterhalten und sanieren. Da wäre es höchste Zeit.
Bitte sorgen Sie mit Ihrem Besuch wenigstens dafür, dass wir ordentliche Einnahmen bei unseren Bädern haben.
Schwimmen ist auch wirklich ein toller Sport: sehr gesund, sehr entspannend und erholsam – oder auch sehr anstrengend, wenn man mit Power seine Bahnen zieht.
Daseinsvorsorge – geleistet von Illingen für die Umgebung:
Ähnlich ist es mit der Drehleiter der Feuerwehr. Sechzig Prozent der Einsätze sind außerhalb der Gemeinde Illingen. Das ist auch alles in Ordnung…
Aber eigentlich wäre es Aufgabe des Kreises oder des Landes, eine Drehleiter komplett zu finanzieren. Wir müssen jetzt eine Drehleiter für 750.000 bis 850.000 Euro kaufen. Nur die Hälfte wird bezuschusst. Der Rest wird von den Bürgerinnen und Bürgern von Illingen über die Steuern bezahlt. Der Kreis wollte 35 Prozent zusätzlich übernehmen, das Landesverwaltungsamt hat diesen Betrag gestrichen. Ich finde dies völlig falsch. Das müsste gesetzlich als Pflichtaufgabe geregelt werden. Unser bedeutender Landtag sollte sich endlich mal dazu durchringen, das Gesetz entsprechend zu ändern. Ich bin es wirklich leid, immer solche Kämpfe zu führen. Bäder sind für alle da, Feuerwehrautos sind für alle da. Das darf nicht den Kommunen bei der Haushaltsgenehmigung negativ angerechnet werden.
Ich werde aber nicht locker lassen in meinen Bemühungen, wo wenig wie mit meinen Bemühungen um saubere Flüsse und Bäche. Es ist unsere Umwelt. Ihre und meine.

In diesem Sinne eine gute Woche
Ihr Bürgermeister Armin König

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