Hallo, ihr Zukunfts-Diebe: Warum wundert mich das jetzt nicht?

Große Worte (Kitaplatzgarantie), nichts dahinter – oder?
Kita-Rechtsanspruch ohne Personal ist ein leeres Versprechen. Das habe ich allerdings schon vor Jahren prognostiziert (in meiner Doktorarbeit 2011, in Bürgermeisterbesprechungen, in Fraktionssitzungen). Ich finde den Rechtsanspruch ja wirklich wichtig und notwendig.
Aber: Was auf dem Papier wie ein großer sozialpolitischer Fortschritt aussieht, ist im Alltag vieler Familien oft nur noch Frustverwaltung. Das ist kein Schicksal. Der „Staat“ hat sich totgespart. Ich muss nochmal auf die Schuldenbremse kommen. Weil man den Unterschied zwischen Investitionen und laufenden Ausgaben nicht berücksichtigt hat, hat man Zukunft verhindert.
Man wollte nicht auf mich hören. Auch nicht in Sachen Kommunalisierung, als die Kirche längst radikal auf die Bremse trat. Ich erinnere mich an ein furchtbares Gespräch mit dem heutigen Kardinal Marx.
Im Saarland sieht es besonders dramatisch aus. Zu den großen Bremsern gehört das Bistum Trier. Kindergärten wurden nicht gebaut, weil Trier mauerte und immer mehr sparte und verzögerte. Beim Bauantrag für Uchtelfangen wurde gar behauptet, wir hätten gar kein Interesse mehr daran.
Wir haben bürokratische Planungshindernisse erlebt, Kostensteigerungen, Restriktionen bei Haushaltsgenehmigungen (statt Investitionen in die Zukunft einfacher zu fördern). Alternativideen bei Waldkindergarten-Gruppen wurden ausgebremst. Alles wird in DINs und Regelwerken geregelt, die Pädagogik und das Personal kommen erst ganz am Schluss.
Die aktuellen Zahlen der Bertelsmann-Stiftung sind ein Alarmzeichen:
Immer weniger Kitas haben genügend Fachkräfte, in vielen Einrichtungen sinkt der Anteil pädagogisch qualifizierter Beschäftigter seit Jahren.
Eltern haben zwar einen Rechtsanspruch auf Betreuung.
Aber was ist dieser Anspruch wert, wenn Gruppen überfüllt sind, Fachkräfte fehlen und Ausfälle regelmäßig zu Notlösungen führen?
Wenn Erzieherinnen permanent am Anschlag arbeiten, leidet nicht nur die Qualität, sondern auch die Zuverlässigkeit des Betreuungsangebots – und zwar auf dem Rücken der Kinder und der Beschäftigten.
Rechtsanspruch ohne Personal ist ein leeres Versprechen.
Wir brauchen eine ehrliche Bedarfs- und Personalplanung, eine solide Finanzierung der frühkindlichen Bildung, mehr kommunale Trägerschaften udn ein transparentes Anmeldesysetm, bei dem die kirchlichen Träger nicht mehr mauern dürfen, denn der STaat bezahlt sowieso 90 Prozent der Kosten und mehr.
Wer es ernst meint mit Chancengerechtigkeit, Familientauglichkeit muss bei den Kitas anfangen – nicht bei dümmlich Teilzeit- und Faulheit-Politik-Aktivismen, wie es die CDU derzeit praktiziert.
Wie erlebt ihr die Situation in euren Kitas vor Ort – als Eltern, Großeltern oder Beschäftigte? Erzählt eure Erfahrungen in den Kommentaren.👇
