6. Februar 2025
Hallo und guten Tag, ihr alle,
man muss die Dinge beim Namen nennen, schon in der Überschrift. Im Wort zum Donnerstag geht es um eine grobe Ungerechtigkeit: BEITRAGSBEMESSUNGSGRENZE.
Da viele Leute nicht wissen, was das ist oder warum das ein großes (Un-)Gerechtigkeitsproblem ist, will ich es kurz erläutern: Gesetzlich Krankenversicherte zahlen einen prozentualen Beitrag je nach Einkommen. Wer mehr verdient, zahlt mehr. Da ich auch gesetzlich versichert bin, weiß ich, wovon ich rede.
Das mit dem prozentualen Beitrag stimmt aber nicht so ganz.
Ab einem gewissen Einkommen wird gedeckelt.
Beitrags-Bemessungs-Grenze.
Ende Gelände mit Fairness und Gleichbehandlung.
Reiche und sehr Reiche zahlen nur einen Bruchteil dessen in die Sozialversicherung ein, was Normalbürger zahlen.
Was hätten wir Geld in der Krankenversicherung und der Sozialversicherung, wenn alle zumindest prozentual einzahlen würden – oder gar progressiv, wie bei der Steuer. Weil starke Schultern mehr tragen können als schwache.
Genau das Gegenteil ist der Fall.
Die Beitragsbemessungsgrenze (BBG) ist also der Einkommenshöchstbetrag, bis zu dem Beiträge zur gesetzlichen Sozialversicherung erhoben werden. Einkommen oberhalb dieser Grenze bleibt beitragsfrei. Die BBG existiert in der gesetzlichen Rentenversicherung, der Arbeitslosenversicherung und der gesetzlichen Krankenversicherung (nur für Pflichtversicherte).
Die Beitragsbemessungsgrenze (BBG) in der Kranken- und Pflegeversicherung beträgt im Jahr 2025 laut SV-Rechengrößenverordnung 66.150 Euro jährlich (5.512,50 Euro monatlich). In der Renten- und Arbeitslosenversicherung liegt sie bei 96.600 Euro pro Jahr (8.050 Euro pro Monat). Die Werte gelten seit 2025 bundesweit.
Wer mehr verdient, gehört zu den Gewinnern. Ist das richtig so? Ist das fair?
Jemand mit 30.000 € brutto im Monat zahlt also relativ weniger als jemand mit 3.000 € brutto.
Das ist grob ungerecht und nicht mehr nachvollziehbar.
Denn auch Menschen mit geringerem Einkommen sind Leistungsträger. Leistung muss sich auch für sie lohnen, nicht nur für Spitzenverdiener.
In anderen Ländern ist das gerechter.
Auch über die Frage der privaten Krankenversicherung und über eine faire Bürgerversicherung für alle muss gesprochen werden. Das wird schwierig, ich weiß. Es ist auch nur schrittweise zu ändern.
Aber die Demografie wird uns dazu zwingen
Was leicht zu ändern ist, ist die Abschaffung der Beitragsbemessungsgrenze. Wenn man es wirklich will.
Wer Zukunft will, muss verändern-
Ich bin sehr dafür.
Die Beitragsbemessungsgrenze muss weg.