Die Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) war einmal das große ökologische Versprechen Europas. Als sie im Jahr 2000 verabschiedet wurde, verbanden sich mit ihr Hoffnungen auf einen grundlegenden Wandel im Umgang mit unseren Flüssen, Seen, Bächen und Grundwasservorräten. Sie versprach nicht weniger als den “guten Zustand” aller Gewässer bis spätestens 2027 – messbar, überprüfbar, verpflichtend. Ein visionäres Projekt. Doch 25 Jahre später ist diese Vision weitgehend gescheitert. Der gute Zustand ist für viele Gewässer weiter entfernt als je zuvor. Statt Renaturierung dominiert vielerorts weiterhin Verbauung, statt Verursacherprinzip herrscht Verantwortungslosigkeit, statt wirksamer Umsetzung beobachten wir einen Reformstillstand.